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Wie komme ich günstig nach Machu Picchu?

Viele Backpacker kennen das “Machu-Picchu-Dilemma” seit vor Jahren durch einen Erdrutsch die Straße nach Aguas Calientes zerstört wurde, ist Machu Picchu nicht mehr mit dem Bus zu erreichen, sondern offiziell nur noch zu Fuß oder mit dem Zug. Aufgrund des Tourismus-Hypes der letzten Jahre sind alle diese Varianten sehr teuer geworden, da nämlich die Kontigente im Zug und dem Inka-Trail begrenzt sind.
Wer nun glaubt, dass es nicht günstig nach Machu Picchu geht, liegt aber trotzdem falsch. Man muss allerdings ein Extra-Tag Zeit haben, zu Komfortverzicht bereit sein und sich auf Spanisch unterhalten können.

Nun will ich Euch der Reihe nach alle mir bekannten Varianten vorstellen:

Inka-Trail: Die berühmteste Wanderung Südamerikas beginnt in der alten Inka-Stadt Ollantaytambo im Umland von Cusco. Ollantaytambo erreicht man einfach mit dem Bus. Besser ist es allerdings eine organisierte Tour durchs Heilige Tal zu buchen, bei der man auch noch Pisaq und den Markt von Urubamba sieht. Sie ist recht günstig.
Der Inka-Trail selbst ist eine wunderschöne Wanderung, bei der man kleinere Ruinen sieht, die man nur auf diesem Trail erreicht. Der Inka-Trail ist etwas anspruchsvoll, da man hier bis auf über 4000 Meter Höhe bei Pässen gelangt. Jedoch bedarf einer keiner Wander-Erfahrung. Den Trail gibt es auch in kürzerer Variante. Hier fährt man mit dem weiter unten beschriebenen Zug eine Station, übernachtet einmal in einem Hostel und muss dann nur noch einige Stunden laufen.
Allerdings hat der Trail große Nachteile: Er ist fast immer ausgebucht und muss schon lange im Voraus gebucht werden. Zeltübernachtungen gleichen Massen-Zeltplätzen und auf der ganzen Strecke sieht man je nach Jahreszeit auch viel Müll. Außerdem ist er total überteuert.
Eine besondere historische Bedeutung hat der Trail auch nicht. Schließlich ist die Bezeichnung Inka Trail auch falsch verstanden. Der Inka Trail geht nämlich von Nord-Chile bis Süd-Kolumbien und hat 80.000 Kilometer. Der Trail nach Machu Picchu ist nur einer der vielen Teilabschnitte. Er war vermutlich der Hauptweg von der Inka-Hauptstadt Cusco nach Machu Picchu (deren Bedeutung bis heute unklar ist). Warum man die Strecke als den “Inka Trail” bezeichnet liegt allerdings nur daran, dass Peru es verstanden hat einen Weg touristisch zu vermarkten. Zugegebenermaßen ist der Weg schön, doch gibt es andere noch schönere Inka-Trails in Südamerika (z.B. in Huaraz oder La Paz).

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Auf dem Inka Trail – Foto: MaRio Reibnitz

Salkantay-Trail: Dieser Trail ist auch ein Inka-Trail von Ollantaytambo nach Machu Picchu auf dem man ebenfalls Ruinen sieht, die man nur auf dieser Strecke sehen kann. Landschaftlich ist er ähnlich schön, da er durchs gleiche Tal allerdings auf der gegenüberliegenden Seite führt. Vorteile sind bei dieser Route u.a. , dass Sie geringfügig billiger und nicht so schnell ausgebucht ist. Der Hauptvorteil ist aber, dass man hier die Folgen des Massentourismus nicht so merkt, da hier deutlich weniger Wanderer unterwegs sind. Bei der Wanderung läuft man übrigens den 6271 Meter hohen Salkantay entlang.

Zugfahrt: Auch die Züge nach Aguas Calientes (Kleinstadt direkt bei Machu Picchu) sind total überteuert. So kostet jede Zugfahrt dorthin mindestens 50 Euro. Wenn man die Fahrt nach der Heiligen-Tal-Tour macht sieht man wegen der Dämmerung nicht mal mehr so viel. Bei der Rückfahrt gibt es allerdings ein Sonderangebot früh morgens um ca. 4 Uhr. Hier kostet die Fahrt nur ca. 5 Dollar, da hier hauptsächlich nur Einheimische mitfahren. Auch hier sieht man wegen der Dunkelheit aber nichts vom Umland.

Choquequirao-Trail: Wer doch lieber nach Aguas Calientes mit dem Zug fährt und einen anderen Trail machen will, der sollte die Route zur Schwesterstadt von Machu Picchu mit dem Namen Choquequirao machen. Zum Einen ist auch diese Wanderung wunderschön, zum Anderen hat Choquequirao wirklich eine historische Bedeutung (im Gegensatz zu den Ruinen auf dem Inka-Trail). Schließlich war Choquequirao die letzte Zuflucht der Inka. Zudem ist die Ruine sehr gut erhalten.

San Miguel Wanderung: Ein argentinischer Backpacker hat mir mal von dieser Route erzählt. Man fährt mit dem Bus nach San Miguel, einem unbedeuteten Ort hinter Aguas Calientes und läuft von dort über Wiesen nach Machu Picchu. Nach seinen Erzählungen kann man sich dabei nicht verlaufen, jedoch sind das satte 30 Kilometer die man zu Fuß zurücklegen muss. Zu Sehen gibt es hier anscheinend nicht wirklich viel. Dafür ist es sehr günstig.

Low-Budget-Variante: Diese hat ein guter Freund von mir gemacht. Man geht dazu zum Busterminal in Cusco und frägt nach Grupentaxis (taxi colectivo) nach Aguas Calientes. Hier erhält man die Antwort, dass es dies nicht gibt. Aber das stimmt nicht. Es gibt nur keine direkten. Wenn man darauf beharrt, bekommt man doch eines, dass in die Gegend fährt. Hier muss man dann mehrmals umsteigen und die Straßen sind schlecht (deshalb kommen keine Busse durch), mit ein paar Mal umsteigen klappt es aber gut. Man kommt hier übrigens auch von “hinten” nach Machu Picchu, also nicht über die Inka-Trail-Seite. Voraussetzung sind hier aber auf jeden Fall Spanischkenntnisse, Zeit und Abenteuerbereitschaft. Die Tour kostet keine 10 Euro.

Meine Empfehlung: Mit der Low-Budget-Variante nach Aguas Calientes. Hier übernachtet man genauso billig wie im restlichen Peru (Hostels, etc.). Abends kann man noch in die Thermalbäder gehen, morgens dann früh aufstehen, nach Machu Picchu hoch wandern. Hier den Sonnenaufgang erleben. Bis 11 Uhr die Ruinen ansehen (dann fallen die Massen-Touristen ein). Danach von Machu Picchu eine insgesamt zweistündige, einfache Wanderung zum Mondtempel der Stadt machen (liegt hinter dem kleinen Berg und ist beschildert -> auf halber Höhe links dem Pfad folgen). Den Tempel geniessen (der einzige Ort der noch naturbelassen ist). Nochmal in Aguas Calientes übernachten. Für morgens aufstehen, ein wunderbares Chaos auf dem Bahnhof erleben und mit dem Zug nach Ollantaytambo fahren. Den Ort besichtigen, dann weiter nach Pisaq und zum Schluss nach Cusco. Wanderfreudige können anschließend Choquirao besichtigen oder den Inka Trail in der Cordillera Blanca bei Huaraz machen.


4 Kommentare

  1. super tipps, wieso sind die aber erst seit 18.12.08 online? maRIO war doch schon vor urzeiten dort, oder?

    Kommentar von Airport1 — 27. Dezember 2008 @ 17:01

  2. Die Taxi-Colectivo-Variante ist ganz neu. Gab´s früher nicht. Hab Sie von einem guten Freund, der jetzt erst dort war.

    Kommentar von Armando — 31. Dezember 2008 @ 12:58

  3. Wen die Budgetvariante interessiert, hier unser ausführlicher Reisebericht. Man braucht übrigens keine Spanishkenntnisse, ist ganz easy.

    http://www.vierfuesse.de/reiseblog/machu-picchu-–-der-billige-adrenalingeladene-weg/

    Kommentar von Marco — 3. August 2010 @ 22:11

  4. Im kommenden Jahr will ich von Chile nach Machu Picchu reisen. Sind die Tips noch aktuell?

    Kommentar von Dieter — 15. Februar 2012 @ 02:09

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